REFLUXKRANKHEIT

REFLUXKRANKHEIT

Die Speiseröhre ist ein etwa 35-40 cm langer Organ und transportiert die Nahrung vom Mund in den Magen. Sie ist mit dem Magen an der offenen Stelle des Diaphragmas, die Hiatus heißt, verbunden. An derselben Stelle gibt es eine spezielle, 2 cm breite Muskelstruktur, die “Sphinkter” (Schließmuskel) benannt wird. Dieser Sphinkter funktioniert wie ein Rückschlagventil, sodass die Nahrung nur nach unten fließen kann und nicht umgekehrt. Die Störung dieser Funktion verursacht die Refluxkrankheit. Der Reflux ist definiert als eine Krankheit, die durch die Entweichung des Mageninhalts (Säure, Nahrung und Magenenzyme) in die Speiseröhre entsteht und Beschwerden hervorruft. Die häufigste Ursache (70%) des Refluxes ist die Insuffizienz im unteren Sphinkter der Speiseröhre. Im Falle der Dilatation von Hiatus, der Durchtritt von Magenanteilen durch das Zwerchfell hindurch kann auch Reflux verursachen.

SYMPTOME

Das Brennen in der Speiseröhre und bitterer Geschmack im Mund sind die häufigsten Symptome. Besonders, nach der Mahlzeit, die gegessene Nahrung kommt in den Mund. Wegen der chronischen Reizung der Säure, können Laryngitis, Enamelschaden, Asthma, chronisches Husten und Bronchitis entwickeln. Die Reizung und Schaden im unteren Teil der Speiseröhre kann eine Entzündung mit verschiedenen Schwere (Ösophagitis), Geschwür, Verengung, Barrett-Ösophagus (Änderung der Zellstrukturen in der Speiseröhre), später auch Krebs der unteren Speiseröhre verursachen.

UNTERSUCHUNG UND DIAGNOSE

Die beste Methode für die Diagnose ist die Endoskopie. Mit der Endoskopie kann man leicht Magenhernie, Ösophagitis, Barrett-Ösophagus diagnostizieren.

In manchen Fällen, wenn auch der Patient eine normale Endoskopie hat, braucht man 24-Stunden-pH-Metrie durchzuführen. Nach der endoskopischen Untersuchung, setzt man einen dünnen Katheter vom Mund bis unterem Ende der Speiseröhre und verknüpft ihn mit einem Gerät, das so groß wie eine Brieftasche ist. So wird pH-Änderungen in der Speisröhre des Patienten während er schläft, satt und hungrig ist, rund um die Uhr erfasst. Während dieser Prozeduren ist keine spezielle Diät nötig. Der Patient kann essen, wie er gewöhnt ist. Wenn er eine Medikamente für den Magen verwendet, soll er damit aufhören. Nach 24 Stunden, die erfasste Data wird im Computer analysiert. Der Grad des Refluxes lässt den Arzt für die Operation entscheiden.

BEHANDLUNG DER REFLUXKRANKHEIT

Nicht jeder Reflux-Patient braucht chirurgische Intervention. Zunächst, versucht man mit der Änderungen der Ernährungsgewohnheiten und Lebensweise, die Krankheit zu kontrollieren:

  • Mit einem hohen Kissen schlafen (sodass, der obere Körper und der Kopf hochliegt).
  • Reichlich essen vermeiden (reichlich essen erhöht den Innendruck des Magens, sodass das Risiko vom Reflux auch erhöht wird).
  • in kleinen Mengen, oft und regelmäßig essen.
  • Langsam essen und gut kauen.
  • weniger Fett essen (gebratene Nahrungen, Fast-Food und Margarine vermeiden). Sehr fetthaltige Nahrungen bleiben im Magen länger und mehr Magensäure wird ausgeschieden.
  • Schokolade vermeiden (Schokolade enthält Methylxanthin und Methylxanthin entspannt den Sphinkter).
  • Weniger Kaffee und schwarzer Tee trinken (Kaffee mit oder ohne Kaffein erhöht das Refluxrisiko).
  • Alkohol, säurehaltige Getränke wie Cola und Selterswasser, konservierte Lebensmittel und Fruchtsafte sollen vermieden werden.
  • Gewürzmittel, Essiggemüse und Essig vermeiden (Gewürzmittel können den Reflux verschlimmern. Deswegen soll der Patient gewürztes Fast-Food vermeiden und zu Hause weniger Gewürzmittel verwenden).
  • Mindestens nach einer Stunde nach der Mahlzeit ins Bett gehen.
  • Alkoholhaltige Getränke vermeiden (Alkohol stimuliert die Ausscheidung der Magensäure).
  • Zigarette und andere Tabakwaren sollen vermieden werden (Nikotin entspannt den unteren Sphinkter der Speiseröhre).
  • Übergewicht vermeiden (Übergewicht verschlimmert die Reflux-Beschwerden)
  • Stress soll wie möglich vermieden werden.
  • Da die Flüssigkeit den Innendruck des Magens erhöht, soll nicht während der Mahlzeiten aber zwischen der Mahlzeiten getrunken werden.
  • Enge Bekleidung besonders nach der Mahlzeiten vermeiden, bequeme Bekleidung soll bevorzugt werden.

CHIRURGISCHE BEHANDLUNG DER REFLUXKRANKHEIT

Wer soll operiert werden?

  • Patienten, die auf die Pharmakotherapie nicht ansprechen.
  • Die Progression der Krankheit trotz der Pharmakotherapie und der Bedarf an einer Dosis-Erhöhung.
  • Patienten, die langfristige und aggressive Pharmakotherapie benötigen.
  • Patienten, die langfristige und aggressive Pharmakotherapie wegen ihrer Kosten oder der Angst von Nebenwirkungen nicht wollen.
  • Patienten, die sich der Pharmakotherapie nicht anpassen können.
  • Patienten mit hohem Entwicklungsrisiko der Komplikationen (Grad 3-4 Ösophagitis)
  • Patienten, die Grad 1-2 Ösophagitis aber auch defekte angeborene Ösophagusstenose haben.
  • Patienten, die Gleithernie, die auf die Pharmakotherapie nicht anspricht, haben.
  • Patienten, die während der Pharmakotherapie schwere Komplikationen entwickeln.
  • Barret Ösophagus, seriöse pulmonale Symptome.

 

Die erste Reflux-Operation der Welt wurde im 1936 in der medizinischen Fakultät von Istanbul Universität von Prof. Dr. Rudolf Nissen an einem 28-jährigen Patienten durchgeführt und diese Operationstechnik ist noch immer der goldene Standard der Reflux-Chirurgie. Bei der Reflux-Operation, wird die Dilatation von Hiatus zurückversetzt, der Durchbruch des Magenfundus in den Brustkorb vermieden und ein künstlicher Sphinkter hergestellt.

Die Intervention wird unter der allgemeinen Anästhesie mit speziellen Geräte, die durch die Löcher von 0.5 bis 1.0 cm in den Bauch eingebracht werden, laparoskopisch durchgeführt. Eine erfolgreiche Operation dauert nur etwa eine Stunde. Nach der Operation soll der Patient die erste Nacht im Krankenhaus verbringen. In der ersten zwei Wochen werden nur flüssige und weiche Nahrungen angeboten. Nach zwei Wochen, der Patient kann alles essen aber soll gut kauen. Gleich nach der Operation, wird der Patient von Beschwerden befreit und kann sofort ein symptomloses Leben genießen, sein Leben wie gewöhnt weiterführen. Die Operation beschränkt keine Aktivität des Patienten.